Hunde, die für Hunde-Allergiker geeignet sind

by Allergiker Tipps und Reisen on 18. März 2010

in Tierallergien

Viele Menschen leiden unter einer so genannten Tierhaarallergie. Gerade für Familien mit Kindern ist dieser Umstand oft schwer zu akzeptieren und traurig, da ein vierbeiniger Freund in der Familie viel Freude bereiten kann. Dabei ist dieser Ausdruck nicht korrekt, denn es sind nicht die Tierhaare, die die allergischen Reaktionen bei einigen Menschen auslösen, sondern die Eiweiße in den Hautschuppen und im Speichel der Tiere, die mit den ausfallenden Haaren transportiert werden.

Aus diesem Grund ist es auch nicht sinnvoll, Nackthunde, also Hunde ohne Fell, als allergiefreundlich darzustellen. Die Eiweißstoffe aus der Haut und dem Speichel des Hundes gelangen auch ohne Haare in die Luft und lösen durch das Einatmen bei allergisch reagierenden Menschen Atembeschwerden, Schnupfen bis hin zu Asthma oder Bindehautentzündung mit tränenden Augen aus.

Nicht alle Hundeallergiker reagieren gleich

Doch nicht alle Menschen mit einer Hundeallergie reagieren gleich, manche mehr, manche mit weniger heftigen allergischen Reaktionen. Möglich ist auch, dass der Allergiker nur auf eine bestimmte Hunderasse allergisch reagiert. Dies kann in einem Labor getestet werden. Allgemein ist das Allergiepotential bei Hunden schwächer als beispielsweise bei Katzen oder anderen Haustieren. Mit bestimmten hygienischen Maßnahmen kann das Allergiepotential eines Hundes zudem verringert werden. Dazu gehört beispielsweise das regelmäßige Kämmen des Tieres und feuchte Abwischen des Felles, feuchtes Wischen der Fußböden und Abwischen der Möbel, Absaugen der Polstermöbel und gründliches Händewaschen nach Streichelkontakten.

Labortest bei Hundeallergie empfohlen

Idealerweise sollten Allergiker vor dem Kauf eines Hundes im Labor testen lassen, ob er auf die jeweilige Rasse allergisch reagiert. Als geeignete Rassen für Allergiker gelten Malteser, Havaneser, Yorkshire Terrier und Pudel.

Pudel haben feines, dichtes, gekräuseltes Haar. Sie haaren nicht, müssen aber regelmäßig getrimmt werden. Bei den Pudeln gibt es verschiedene Arten, die sich in ihrer Größe unterscheiden. Die kleinsten Vertreter der Pudelrasse sind Toy- und Zwergpudel mit 28 – 34 cm, etwas größer sind Kleinpudel mit 44 cm, während Großpudel bzw. Königspudel 60 cm erreichen. Besonders Großpudel sind sehr gelehrig, wachsam, kinderlieb und verspielt. Als Jagdhunde brauchen sie regelmäßigen Auslauf und eine strenge Erziehung. Der Umstand, dass Pudel nicht haaren, wurde genutzt, um eine neue Hunderasse zu züchten: den Labradoodle, eine Kreuzung aus Labrador und Pudel.

Diese Kreuzung stammt aus den USA, wird aber inzwischen auch in Deutschland gezüchtet. Labradore kommen wegen ihrer Gelehrigkeit oft als Blindenhunde zum Einsatz. Da es jedoch auch blinde Menschen mit Hundeallergien gibt, kam man auf die Idee, die gelehrigen Labradore mit den nicht haarenden Großpudeln zu kreuzen. So entstand die neue Hunderasse Labradoodle.

Eine weitere Kreuzung ist der Großpudel mit dem Golden Retriever, aus der der Goldendoodle hervorging. Auch diese neue Hunderasse besitzt das ruhige, gelehrige Wesen des Golden Retriever und die nicht haarenden Eigenschaften des Großpudels. Sie sind ausgezeichnete Führ- und Blindenhunde, als Schutzhunde sind sie weniger geeignet. Bei vielen entsprechend allergisch disponierten Menschen lösen der Golden- und Labradoodle keine allergischen Reaktionen aus.

Viele verschiedene Hunderassen für unterschiedliche Allergiker-Arten

Die kleinen Malteser, die nur bis zu 4 kg Gewicht erreichen, sind ebenfalls für Allergiker geeignete Hunde. Sie haben kein Unterfell und keinen Haarwechsel. Dadurch verlieren sie kaum Haare, die die allergieauslösenden Proteine an die Umgebung abgeben könnten. Malteser sind wegen ihrer geringen Größe für jede Wohnung geeignet. Sie sind liebenswürdig, kläffen jedoch sehr gern und oft.

Yorkshire Terrier erreichen etwa die Größe eines Maltesers und haben auch keinen Haarwechsel. Zudem besitzt der Yorkshire Terrier kein Fell, sondern tatsächlich Haare, die auch entsprechend gepflegt werden müssen. Er zeichnet sich durch ein freundliches, gelehriges Wesen aus und fühlt sich auch in kleinen Wohnungen wohl.
Havaneser gehören mit 6 kg ebenfalls zu den kleineren Hunderassen. Sie sind sehr verspielt, trollig und kinderlieb. Da sie keinen saisonbedingten Haarwechsel haben, gelten sie ebenfalls als allergiefreundliche Hunde.

Gesundheit und gesunder Menschenverstand

Wie immer macht es dennoch natürlich keinen Sinn, sich auf Teufel komm raus unbedingt trotz Hundeallergie einen Hund anzuschaffen. Leidet der Mensch unter den Einflüssen durch die Natur des Hundes, so leidet auch der pelzige Vierbeiner mit seinem Besitzer.

Hundeallergiker, die ungern auf die Freunde auf vier Pfoten verzichten möchten, sollten deshalb eher bei Freunden und Bekannten soviel Zeit wie möglich mit dem Hund verbringen. Kommt es hier zu negativen Reaktionen des Körpers, so kann man jederzeit auf Abstand zu dem Tierchen gehen.

Tipp:

Natürlich soll nicht nur die Gesundheit des Menschen im Vordergrund stehen. Auch auf die Gesundheit des geliebten Vierbeiners hat oberste Priorität. Neben den alltäglichen äusseren Gefahren sind auch Parasiten ein echtes Problem für den Hund und damit für den Besitzer – seien es nun Milben, Würmer, Flöhe oder Zecken (mehr Informationen zu Zecken bei Hunden). Hier sind Vorbeugung und Vorsicht geboten.
Weitere Informationen für Hundehalter bietet der Verband für das deutsche Hundewesen unter http://www.vdh.de.

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